Diesel-Fahrverbote und deren steuerrechtliche Konsequenzen

Aufgrund der tatsächlich örtliche verhängten Diesel-Fahrverbote ergeben sich eine Vielzahl von steuerrechtlichen Konsequenzen für betriebliche Diesel-Fahrzeuge:

- Bußgelder

Übernehmen Sie die durch Mitarbeiter mit einem betrieblichen Fahrzeug verursachten und gegen diese verhängten

Bußgelder aufgrund von Verstößen gegen das Diesel-Fahrverbot, so ist unseres Erachtens Arbeitslohncharakter

abzulehnen, da das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers im Vordergrund steht.

 

- Nachrüstungskosten

Die tatsächlich Entstandenen Nachrüstungskosten sind aktivierungspflichtig, weil das Diesel-Fahrzeug funktionstüchtig

und damit betriebsbereit gehalten wird. Es handelt sich bei den Nachrüstungskosten um sogenannte nachträgliche

Anschaffungskosten des Betriebsfahrzeugs.

Hinweis: Für eventuelle Nachrüstungskosten besteht aufgrund der Aktivierungspflicht ein Rückstellungsverbot.

 

- Abschreibung

Erfolgt eine nachweisbare, zumindest plausibel geschätzte Nutzungseinschränkung Ihres betrieblichen Diesel-Fahrzeugs,

so ist eine Abschreibung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung vorzunehmen.

Hinwies: Bei Aufhebung des Diesel-Fahrverbots erfolgt eine entsprechende Zuschreibung,

 

- Rücklage für Ersatzbeschaffung

Sollten Sie Ihr betriebliches Diesel-Fahrzeug wegen des ausgesprochenen Fahrverbots verkaufen und es dabei zur

Aufdeckung eines Veräußerungsgewinns kommen, so kann dieser ggf. in eine sogenannte Rücklage für

Ersatzbeschaffungen steuerneutral „eingefroren“ werden. Dieser „eingefrorene Veräußerungsgewinn“ wird dann auf die

Anschaffungskosten des Ersatzfahrzeugs übertragen. Hier werden somit zukünftig geringe AfA-Werte aufwandswirksam.

Ein etwaiger Veräußerungsverlust ist gewinnmindern anzusetzen.

 

- (Privat-) Entnahmen und Einlagen

• Eine (Privat-)Entnahme eines betrieblichen Diesel-Fahrzeugs kann, aufgrund des gesunkenen Teilwerts nach

Verhängung des Fahrverbots, steuerreduziert stattfinden.

• Eine (Privat-)Einlage eines Diesel-Fahrzeugs ins gewillkürte Betriebsvermögen zur Nutzung der Wertminderung im

Rahmen der Gewinnermittlung ist nach Verhängung des Diesel-Fahrverbots ausgeschlossen.

 

- Rückgängigmachung von IAB-Beträgen

Sollten Sie für ein Diesel-Fahrzeug einen Investitionsabzugsbetrag (IAB) oder einen Herabsetzungsbetrag (HBS) in Ihrer

Gewinnermittlung aufwandswirksam genutzt haben, so ist ein Ausscheiden oder eine Nutzungseinschränkung als

Sondersachverhalt unschädlich.

 

Sollten Sie zu diesem Thema Fragen haben, können Sie sich an uns wenden, wir helfen Ihnen gerne weiter.

 


				

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